Kraultechnik Basics

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Kraultechnik und Lernansätze

[Bearbeiten] Lernzielbeschreibung

Inhaltsverzeichnis

Wie kann ich die richtige Kraultechnik lernen und was bedeutet "richtige Kraultechnik" eigentlich?



[Bearbeiten] Vorgelagerte Bausteine

Die Kenntnis der folgenden Bausteine wird vorausgesetzt, damit diese Lernidee sinnvoll bearbeitet werden kann:
Das Wissen über die Beschaffenheit von Wasser und sicheres Bewegen in diesem Element, mit Hilfe geringer Schwimmtechnikenntnisse und Durchführungspraxis sind Voraussetzung um die Basics der Kraultechnik lernen zu können.


[Bearbeiten] Lernmethoden

Dieser Baustein, diese Lernidee, dieser Teil des Lernbaumes kann mit folgenden Lernmethoden bearbeitet werden:

Das Lernen im Sinne mentalen Trainings (Theorietraining ohne Praxis) mit späterem Umsetzen in die Praxis, oder durch Lernen mit einem Trainer.



[Bearbeiten] Ressourcen

  • Trainer Wolfgang/Maren Jörlitschka
  • Internet- Modul: http://www.tri-mag.de
  • Literatur:
    • Schwimmtechnik im Kindertraining, Kraultechnik (Iris Komar)
    • Lernen im Wasser (Ernst-Rainer Lesch)
    • Mentales Training (Dr.rer.soc. Fred Christmann)
    • Lehrplan Schwimmsport, Band1: Technik (Bodo ungerechts,Gunther Volck, Werner Freitag)


[Bearbeiten] Bausteininhalte

Lerninhalte:

[Bearbeiten] Dialog

[Bearbeiten] Kraultechnik

[Bearbeiten] Mentales Training

Mentales Training fürs Schwimmenlernen Wenn der Begriff mentales Training fällt, tritt in vielen Köpfen die Vorstellung von „toten“ Bildern auf. Es scheint schwer zu sehen zu sein, dass die Bewegungsvorstellung ein aktives Geschehen ist, welches das Erlernen und Verbessern von Bewegungsabläufen vereinfach soll.

[Bearbeiten] Definition

Einige berühmte Definitionsansätze:

  • Mentales Training ist eine kognitive Strategie, bei der ein Bewegungsablauf gedanklich wiederholt und dadurch optimiert werden soll. (Janssen, 1989, 23)
  • Wesentlicher Inhalt des mentalen Trainings ist das „ Sich – Selbst – Sehen“ und „ – Empfinden“ bei einer vorgestellten, aber nicht körperlich ausgeführten Bewegung. (Schlicht, 1995, 25)
  • Unter Mentalem Training versteht man das Erlernen oder Verbessern eines Bewegungsablaufs durch intensives (optisches oder kinästhetisches) Vorstellen ohne gleichzeitiges tatsächliches, sichtbares Vollziehen dieses Bewegungsablaufes. (VOLKAMER 1976, 139).
  • Mentales Training ist ein "systematisches Probehandeln, bei dem nach dem Gesetz der ideomotorische Reaktion ein aktives Symbol der auszuführenden Bewegung in Gestalt von Innervation der potentiell 'arbeitenden' Muskeln entsteht" (VOLPERT 1969, 70).
  • Auf das Gebiet Sport spezialisiert bedeutet mentales Training also das Erlernen und Verbessern von Bewegungsabläufen durch Vorstellen ohne gleichzeitiges Üben.

Der Schwerpunkt des Arbeitens mit mentalem Training sollte auf dem Bewältigungsabschnitt liegen, welcher wie die Theorie der Reaktionserwartungen (Bandur 1982), dafür sorgt Vermeidungsverhalten zu verdrängen und der Zielperson die Möglichkeit geben eine gewisse Situation meistern zu können. Mentales Training fördert gezielt bewusstes Verhalten bzw. Verhaltesänderungen und wirkt über den Körper nonverbal und imiginativ global.

[Bearbeiten] Die Rückmeldung des Körpers auf das Vorstellen von Bewegungsabläufen

Die Vorstellung der angestrebten Bewegungsabläufe, oder Teile dieser bleibt nicht auf einer „Nur“- Mentalen Ebene, sondern führt über die Innervation, also durch Reizausübung und Reizwahrnehmung einiger Muskeln zu einer Rückmeldung dieser.
Bei den reagierenden Muskeln handelt es sich um jene, die auch bei der aktiven Bewegung reagieren und agieren würden.
Das zu lernende Verhalten wird jedoch von Mensch zu Mensch unterschiedlich mental verarbeitet. Das folgende Bild zeigt drei verschiedene Reizzustände, die an Muskeln gemessen wurden.


         Elektromyogramm (EMG):
           a. EMG bei max. Innervation (Interferenz-Muster), 
           b. EMG bei mittlerer Innervation (sog. Gemischtes Muster), 
           c. EMG bei minimaler Innervation (Einzelpotential-Muster).
                                                                                                              

Link zum Bild (Siehe Hinweis 1 auf der Diskussionsseite.)


Beim mentalen Training tritt wie auch im Bild unter c zu sehen nur eine minimale Innervation auf (Carpenter – Effekt).
Diese muskuläre Aktivität wird von der Muskulatur „erinnert“ und kann auf die körperliche Bewegungsausführung übertragen werden.
Der Carpenter – Effekt, welcher bereits 1873 von dem britischen Physiologen William Benjamin Carpenter beschrieben wurde, tritt jedoch nicht immer auf und kann daher ein aktives Training nicht ersetzen.

[Bearbeiten] „Tote“ Bilder oder aktives Geschehen

Wie Puni und Mitarbeiter 1961 bereits in einigen experimentellen Ergebnissen aufwiesen, ermöglicht die terminologische Bezeichnung einer Übung meist keine Vorstellung der angestrebten Bewegung und löst auch keine elektrische Muskelaktivität aus. Erst ein genaues Beobachten einer vorgemachten Übung hat Bewegungsvorstellungen zur Folge und ermöglicht zusammen mit der detaillierten verbalen Beschreibung bei allen Versuchspersonen eine deutliche, spezifische elektromyographische Muskelaktivität. Auslöser der Innervation ist also kein stetiges „totes“ Bild sondern ein aktives beobachtetes Geschehen, was gedanklich nachvollzogen werden kann.

[Bearbeiten] Die Bildung der Bewegungsvorstellung

Die Bewegungsvorstellung entwickelt sich über drei Phasen:

  1. Phase: Phase der vorpraktischen Ausführung nach der Demonstration oder Beschreibung einer Übung
  2. Phase: Phase der Bewegungsausführung auf Vorstellungsebene
  3. Phase: Phase des durch wiederholte Übung auf wichtige Details reduzierten Übungsbildes

(Dr. rer. soc. Fred Christmann; Mentales Training, Anwendungen in Psychotherapie, Beratung, Supervision und Selbsthilfe, S16)


[Bearbeiten] 3.5. Befindlichkeitskontrolle

Wie Bauer, Allmer und Knobloch 1973 feststellten ist das mentale Training jedoch nicht nur für das Erlernen von Bewegungsabläufen im Sport einsetzbar, sondern auf zur Befindlichkeitsregulation des Körpers und der Psyche.
Hierbei spielen die Erregungs- und Spannungskontrolle eine große Rolle, da sie die Grundlage für einen komplexen Bewegungsablauf bilden.
Ebenfalls beeinflussen diese beiden Komponenten die für das mentale Training notwendige konzentrierte Aufmerksamkeit.
Mentales Training wird also eingesetzt um schwierige Situationen und bedeutsame Ereignisse vorzubereiten und die dazu nötige Befindlichkeitsregulation zu kontrollieren.
Über diese Befindlichkeitsregulation wird es Menschen möglich gemacht verschiedene Situation gekonnt zu bewältigen. Beispiele hierfür sind Motivation, Stressbewältigung und die Entwicklung des Gefühls einer Situation gewachsen zu sein.


[Bearbeiten] Mögliche Fehler beim Durchführen von mentalem Training

Einige Fehler oder Probleme, die beim mentalen Training im Sportunterricht häufig auftreten:

  1. Das Mentale Training wird zu kurz gehalten: da die Dauer der Ausführungszeit im Mentalen Training die Dauer der realen Ausführung beeinflusst und die Reizung der Muskulatur nach einer mentalen Phase möglichst groß sein sollte, ist es notwendig der Ausführung genügend Zeit einzuräumen.
  2. Die Handlungsanweisungen bleiben vage: im Gegensatz zu präzisen Anweisungen, welche meist von den Schülern in die Realität umgesetzt werden könne, führen vage Anweisung zu Verwirrung und können nicht richtig in die Realität übersetzt werden. Es ist also notwendig alle Abschnitte einer Handlungssequenz mit mehreren Alternativen zu gestalten, sodass jeder Schüler die Chance hat ein innere Bild anhand dieser genau zu entwickeln.
  3. Es werden zu viele Probleme und Lösungen gleichzeitig aufgegriffen: Das innere Auge kann nur eine bestimmte Anzahl in Informationen in ein Bild umwandeln. Sind es zu viele Informationen sind die Schüler nicht mehr in der Lage diese zu verarbeiten.
  4. Es wird zu viel auf „positives Denken“ vertraut: positives Denken und positiv Stimmen der Schüler ist zwar wichtig, kann aber bei Übertreibung zur Distanzierung dieser führen, was zum Blockieren der Fortentwicklung führen würde.
  5. Mentales Training wird vom Lehrkörper nur eingeschränkt für möglich gehalten: der Schüler spürt sehr schnell die Ernsthaftigkeit hinter dem mentalen Training des Lehrkörpers. Ist dieser nicht überzeugt von dem was er erarbeitet reagieren die Schüler häufig mit Blockaden und können das erwünschte Ziel nicht erreichen.

Es gibt beim Durchführen des mentalen Trainings noch einige Fallen mehr. Es ist daher wichtig sich entsprechend zu bilden, bevor man auf das Arbeiten mit Schülern übergeht.