Zuhoeren lernen

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Ich möchte lernen, wie man anderen Menschen richtig zuhört

[Bearbeiten] Lernzielbeschreibung

Inhaltsverzeichnis

Zuhören kann jeder. Richtig bzw. aufmerksam zuhören ist aber sicher eine Kunst. Wer hat sich schon damit beschäftigt und kann hier Ideen liefern, wie man richtig zuhören lernen kann?


[Bearbeiten] Vorgelagerte Bausteine

[Bearbeiten] Lernmethoden

Es gibt im Grunde genommen nur eine Methode mit der man lernen kann anderen Menschen zuzuhören. Man muss es tun. Man muss anderen Menschen zuhören.
Die Situationen in denen man zuhört um Zuhören zu lernen können dabei unterschiedlich sein. Das reicht von einem persönlichen Gesprächskontakt über ein Telefongespräch bis hin zu einer Vorlesung. Man kann also in allen Situationen Zuhören lernen in denen jemand mit einem spricht oder zu einem spricht.

Allerdings macht es einen entscheidenden Unterschied, ob jemand mit einem spricht und den Zuhörenden damit persönlich meint oder ob er zu einem - z.B. im Rahmen einer Vorlesung - spricht wie zu vielen anderen auch. Man könnte sagen, dass das unterschiedliche Disziplinen des Zuhörens sind. In beiden Fällen wird man etwas anderes lernen beim Zuhören, eine andere Form des Zuhörens.

Was aber allen möglichen Situationen des Zuhörens gemeinsam ist: Man lernt Zuhören nicht ausschließlich dadurch, dass man jemandem zuhört. Es muss etwas dazu kommen. Man muss sich beim Zuhören bewusst machen bzw. sich dessen gewahr sein, dass man gerade jetzt jemandem nicht so zuhört, wie man den ganzen Tag über anderen Menschen zuhört, wie man telefoniert, wie man Vorlesungen verfolgt etc. Gerade in dieser Situation ist etwas anders. Man will Zuhören lernen. Das ist es, was man jetzt gerade macht. Es kommt beim Zuhören lernen, auf die Haltung an mit der man das macht. Und das ist schon ein kleiner "Vorgeschmack" auf die Bausteininhalte: Auch beim Zuhören selbst wird es ganz entscheidend auf die Haltung ankommen mit der man zuhört.

Methodisch gibt es noch eine ganze Menge Möglichkeiten die Situation des Zuhörens so zu gestalten, dass das Lernen effektiver werden kann:

  • Man kann jemandem, der einem etwas zu erzählen hat, davon berichten, dass man gerade dabei ist zu lernen, wie man anderen Menschen richtig zuhört. Damit ist dann auch die eigene Aufmerksamkeit schon auf das "Zuhören lernen" gerichtet. Und wenn man darüber hinaus auch noch verabredet, dass man dem anderen in bestimmten Abständen wiederspiegelt, was man wie von seinen Ausführungen verstanden verstanden hat, dann hat man gleichzeitig eine Kontrolle über das eigene Zuhören.
  • Man kann mit jemandem verabreden, dass ein Gespräch auf Band aufgenommen wird. Wenn beide Gesprächspartner einverstanden sind, dann kann man das Band anderen Interessierten vorspielen und abgleichen wie diese die Äußerungen desjenigen verstehen oder interpretieren, dem man zugehört hat.


  • die Liste muss und kann fortgesetzt werden ..



[Bearbeiten] Ressourcen



[Bearbeiten] Bausteininhalte

Zu Beginn ein Zitat von Martin Buber:

"Ich betrachte einen Baum. Ich kann ihn als Bild aufnehmen: starrer Pfeiler im Anprall des Lichts, oder das spritzende Gegrün von der Sanfmut des grauen Grundsilbers durchflossen. Ich kann ihn als Bewegung verspüren: das flutende Geäder am haftenden und strebenden Kern, Saugen der Wurzeln, Atmen der Blätter, unendlicher Verkehr mit Erde und Luft - und das dunkle Wachsen selber. Ich kann ihn einer Gattung einreihen und als Exemplar beobachten, auf Bau und Lebensweise. Ich kann seine Diesmaligkeit und Geformtheit so hart überwinden, daß ich ihn nur noch als Ausdruck des Gesetzes erkennen - der Gesetze, nach denen ein stetes Gegeneinander von Kräften sich ständig schlichtet, oder der Gesetze, nach denen die Stoffe sich mischen und entmischen. Ich kann ihn zur Zahl, zum reinen Zahlenverhältnis verflüchtigen und verewigen. In all dem bleibt der Baum mein Gegenstand und hat seinen Platz und seine Frist, seine Art und Beschaffenheit. Es kann aber auch geschehen aus Willen und Gnade in einem, daß ich, den Baum betrachtend, in die Beziehung zu ihm eingefasst werde, und nun ist er kein Es mehr. Die Macht der Ausschließlichkeit hat mich ergriffen. Dazu tut nicht not, dass ich auf irgendeine der Weisen meiner Betrachtung verzichte. Es gibt nichts wovon ich absehen müsste, um zu sehen, und kein Wissen, das ich zu vergessen hätte. Vielmehr ist alles, Bild und Bewegung, Gattung und Exemplar, Gesetz und Zahl, mit darin, ununterscheidbar vereinigt. Alles, was dem Baum zugehört, ist mit darin, seine Form und seine Mechanik, seine Farben und seine Chemie, seine Unterredung mit den Elementen und seine Unterredung mit den Gestirnen, und alles in einer Ganzheit. Kein Eindruck ist der Baum, kein Spiel meiner Vorstellung, kein Stimmungswert, sondern er leibt mir gegenüber und hat mit mir zu schaffen, wie ich mit ihm - nur anders. Man suche den Sinn der Beziehung nicht zu entkräften: Beziehung ist Gegenseitigkeit. So hätte er denn ein Bewußtsein, der Baum, dem unseren ähnlich? Ich erfahre es nicht. Aber wollt ihr wieder, weil es euch an euch geglückt scheint, das Unzerlegbare zerlegen? Mir begegnet keine Seele des Baums und keine Dryade, sondern er selber.

... ...

Stehe ich einem Menschen als meinem Du gegenüber, spreche ich das Grundwort Ich-Du zu ihm, ist er kein Ding unter Dingen und nicht aus Dingen bestehend. Nicht Er oder Sie ist er, von anderen Er und Sie begrenzt, im Weltnetz aus Raum und Zeit eingetragener Punkt; und nicht eine Beschaffenheit, erfahrbar, beschreibbar, lockeres Bündel benannter Eigenschaften. Sondern nachbarlos und fugenlos ist er Du und füllt den Himmelkreis. Nicht so als ob nichts anderes wäre als er: aber alles andere lebt in _seinem_ Licht. Wie die Melodie nicht aus Tönen sich zusammensetzt, der Vers nicht aus Wörtern und die Bildsäule nicht aus Linien, man muß daran zerren und reißen, bis man die Einheit zur Vielheit zubereitet hat, so der Mensch zu dem ich Du sage. Ich kann die Farbe seiner Haare oder die Farbe seiner Rede oder die Farbe seiner Güte aus ihm holen, ich muß es immer wieder; aber schon ist er nicht mehr Du. Und wie das Gebet nicht in der Zeit ist, sondern die Zeit im Gebet, das Opfer nicht im Raum, sondern der Raum im Opfer, und wer das Verhältnis umkehrt hebt die Wirklichkeit auf, so finde ich den Menschen, zu dem ich Du sage, nicht in einem Irgendwann und einem Irgendwo vor. Ich kann ihn hineinstellen, ich muss es immer wieder, aber nur noch einen Er oder eine Sie, ein Es, nicht mehr mein Du. Solang der Himmel des Du über mir ausgespannt ist, kauern die Winde der Ursächlichkeit an meinen Fersen. und der Wirbel des Verhängnisses gerinnt. Den Menschen zu dem ich Du sage erfahre ich nicht. Aber ich stehe in der Beziehung zu ihm, im heiligen Grundwort. Erst wenn ich daraus trete erfahre ich ihn wieder. Erfahrung ist Du-Ferne. Beziehung kann bestehen auch wenn der Mensch zu dem ich Du sage, in seiner Erfahrung es nicht vernimmt. Denn Du ist mehr als Es weiß. Du tut mehr und ihm widerfährt mehr als Es weiß. Hierher langt kein Trug: hier ist die Wiege des wirklichen Lebens." Martin Buber, Das Dialogische Prinzip, Ich und Du, Verlag Lambertus Schneider GmbH, Heidelberg 1979

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